Unsere Atemluft ist zunehmend verunreinigt. Dies gilt insbesondere für städtische Bereiche. Bei der Verbesserung der Raumluftqualität geht es jedoch nicht mehr nur um die Abscheidung sichtbarer Partikel.
In der Luft sind zwei Schadstoffkategorien nachweisbar: Partikel (Feinstaub, Pollen, Aerosole) und molekulare Schadstoffe (Gase und chemische Dämpfe). Moleküle sind etwa 1.000-10.000 mal kleiner als die von HEPA-Filtern abgeschiedenen Partikel, deren Größe mit dem höchsten Durchlassgrad (MPPS) in der Regel zwischen 0,1 und 0,3 Mikrometern (µm) liegt.
Für ein gesundes Raumklima kommt es darauf an, beide Schadstoffkategorien zuverlässig abzuscheiden. Diese erfordern jeweils speziell darauf ausgelegte Filtertechnologien.
ISO 10121-3:2022 zur Leistungsermittlung und Klassifizierung von Molekularfiltern für die Luftreinigung
Die Norm ISO 10121-3:2022 ermöglicht ein standardisiertes Verfahren für die Klassifizierung von molekularen Luftfiltern als Bestandteil eines Systems für GPACDs (Gas Phase Air Cleaning Devices; Luftreinigungsgeräte für die Gasphase).
Die Norm legt ein Verfahren zur Leistungsermittlung und Klassifizierung von molekularen Luftfiltern ausgehend von ihrer Leistung in Bezug auf eine typische Gruppe von Schadgasen fest. Sie definiert Filtrationsklassen und Leistungsstufen anhand der laut WHO am häufigsten nachgewiesenen Luftschadstoffe: Ozon, Stickstoffdioxid, Schwefeldioxid und Toluol.
Ausgehend von der vor Ort vorherrschenden Luftqualität lässt sich so die optimale Lösung für die Molekularfiltration quantifizieren und auswählen. In Verbindung mit der Feinstaub-Norm ISO 16890, entsteht daraus ein umfassender Ansatz für die Sicherung der Raumluftqualität – mit Schutz sowohl vor luftgetragenen Partikeln als auch vor Schadgasen.
Molekularfilter lassen sich anhand von drei Teilkategorien klassifizieren:
⋅ Referenz- bzw. Schadgas: O3 (Ozon), NO2 (Stickstoffdioxid), SO2 (Schwefeldioxid), C7H8 (VOC).
⋅ Leistungsstufe des Filters: vLD (very light duty), LD (light duty; niedrige Leistung und relativ kurze Standzeit bei durchschnittlicher Effizienz), MD (medium duty; im Vergleich zu LD vierfache Leistung und Standzeit), HD (high duty; im Vergleich zu LD 16-fache Leistung und Standzeit).
⋅ Durchschnittlicher Abscheidegrad während der Standzeit: Prozentualer Anteil des vom Filter über seine gesamte Standzeit abgeschiedenen Gases.

Dieser Filter würde für Ozon eine mittlere Leistung aufweisen und während seiner Standzeit durchschnittlich 60 % des Ozons abscheiden
Leitfaden für die Auswahl der geeigneten Filtrationslösung für Partikel und Schadstoffe in der Gasphase
Den richtigen Molekularfilter auszuwählen, ist keine einfache Entscheidung. Hierfür sind mehrere wichtige Parameter zu beachten, um eine optimale Leistung und Eignung für Ihren Anwendungsfall zu gewährleisten.
Unser Leitfaden führt Sie durch vier wichtige Schritte für die Auswahl der richtigen Filtrationslösung.
Je nach Bedarf können Sie zwischen kombinierten Filtrationslösungen (die gleichzeitig sowohl Partikel als auch molekulare Schadstoffe abscheiden) oder reinen Molekularfiltern wählen, die speziell auf Schadstoffe in der Gasphase ausgelegt sind.

Bestimmen Sie Ihre Außenluftkategorie ODA 1 (G), ODA 2 (G) oder ODA 3 (G) mithilfe des Luftqualitätsindex.

Definieren Sie die für Ihr Gebäude erforderliche Raumluftqualität ausgehend von der Nutzung und den Hygieneanforderungen SUP 1 (G) bis
SUP 5 (G).

Bestimmen Sie das Gas, das an Ihrem Standort den höchsten Überschreitungsanteil aufweist.

Wählen Sie die Lösung, die den erforderlichen Abscheidegrad liefert und für die geplante Standzeit ausgelegt ist.

Ermitteln Sie zunächst den Grad der Verunreinigung der Außenluft mithilfe des Luftqualitätsindex (AQI). Anhand der Karte können Sie Ihre Umgebung der Kategorie ODA 1 (G), ODA 2 (G) oder ODA 3 (G) (niedrigster bis höchster Verunreinigungsgrad) zuordnen;
* ODA (G): Outdoor Gas Air Quality

* Mittelwerte gemäß den WHO-Luftqualitätsrichtlinien (AQG) 2021:
NO₂ – Jahresmittelwert
SO₂ – 24-Stunden-Mittelwert
O₃ – Durchschnittswert während der Spitzenbelastungssaison

Bestimmen Sie nun ausgehend von der Nutzung und den spezifischen Anforderungen Ihres Gebäudes die erforderliche Raumluftqualität. Die Klassifikation umfasst mehrere Stufen SUP 1 (G) bis SUP 5 (G) von Standard bis hin zu sehr hohen Anforderungen an die Luftqualität (z. B. in Krankenhäusern).
* ODAg: Outdoor Gas Air Quality

* Mittelwerte gemäß den WHO-Luftqualitätsrichtlinien (AQG) 2021:
NO₂ – Jahresmittelwert
SO₂ – 24-Stunden-Mittelwert
O₃ – Durchschnittswert während der Spitzenbelastungssaison

Analysieren Sie die in Ihrer Region nachweisbaren Schadstoffe und bestimmen Sie das Gas mit dem höchsten Überschreitungsgrad. Dieser Schritt ist sehr wichtig, denn er dient der Orientierung bei der Auswahl der an Ihre Anforderungen angepassten Lösung.

Im letzten Schritt wählen Sie die Lösung, die den erforderlichen Abscheidegrad liefert und für die vorgesehene Standzeit ausgelegt ist.

* Empfohlen
** Erforderlich
Derartige Filter sind für Umgebungen mit beengten Platzverhältnissen konzipiert, in denen sowohl Partikel als auch leichte Gerüche gebunden werden müssen. Dank der Kombination aus Partikelfiltration und Aktivkohlemedien scheiden sie Feinstaub effektiv ab und binden dabei gleichzeitig Schadgase.
* Unsere Molekularfilter sind nach ISO 10121 geprüft.
Quelle: Eurovent